Ein Türkentor ohne Türken

Im Rahmen der Umbaupläne König Max I. Joseph für die Maxvorstadt und der Planungen des Königsplatzes wurde zwischen 1823 und 1825 auf dem heutigen Areal der Pinakothek der Moderne eine Infantriekaserne des bayerischen Leibregiments errichtet. Auch hier griff der Volksmund schnell auf die Adresse Türkenstraße als Namengeber zurück und nannte die Kaserne entsprechend „Türkenkaserne“. Wohl, weil es einprägsam war und weil in Bayern die Bezeichnung „Türken-…“ mit dem positiv belegten Prädikat des Exotischen verbunden war.

Der einzige, heute erhaltene Rest der Kaserne ist der östliche Torbau, das sog. „Türkentor“. Er steht unter Denkmalschutz und wird in Zukunft als ständiger Ausstellungsraum in das Museumsareal integriert. Der Ausstellungsraum soll von einer überdimensionalen Granitkugel dominiert werden, als Dauerleihgabe der Sammlung Brandhorst.

Anja Rücker

Zur Türkenstraße siehe auch: Türkenhof, Türkendolch, Türkenschule und Türkenstraße - ein „Namensstreifzug“