Vom Moriskentänzer zur Moschee - Spuren der Islamrezeption in München
Die folgenden Beispiele/Objekte deuten auf die lange Geschichte der Begegnung mit der Kultur des Orients hin, deren Spuren heute noch in München zu entdecken sind:
- Mohren: Der Freisinger Mohr im Bistumswappen München Freising
- „Wildes orientalisches Springen“: die Moriskentänzer des Erasmus Grasser um 1480 oder der Edle Schwarze, etwa auf der „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ von Hans Holbein d. Ä. in der Alten Pinakothek von 1502
- Ein Missverständnis? Die Kuppeln der Türme der Frauenkirche
- Die arabischen Handschriften von Johann Albrecht Widmannstetter (1506-57) als ein Sockel der Staatsbibliothek
- Die Spuren des Krieges: Türkengraben, Türkenfeld, Türkenstraße, Belgradstraße – Türkenbeute im Armeemuseum Ingolstadt; die Ausstattung von Schleißheim, Neues Schloss, Viktoriensaal oder der Denkmalentwurf für Max Emmanuel im Bayerischen Nationalmuseum, „Die Alexanderschlacht“ von Albrecht Altdorfer in der Alten Pinakothek
- Turquerien: der Halbmond auf dem Prinzenhaus im Nymphenburger Schlosspark; die Badenburg als Reflex auf türkische Badekultur
- Odalisken: u.a. Bouchers „La Blonde Odalisque“ (Ruhendes Mädchen), 1752 in der Alten Pinakothek
- Modernitätsimport: Das Bazargebäude mit Kaffee am Hofgarten
- Bilder von Türken: Propyläen am Königsplatz, Bildprogramm zum griechischen Befreiungskampf gegen die Osmanen; der Bilderzyklus von Peter Hess im Hofgarten (Vorzeichnungen Stadtmuseum) – oder die Türken im Cafe von Spitzweg in der Schackgalerie
- Die Islamsammlung im Völkerkundemuseum: historische Wurzeln, Entwicklung, heutige Präsentation
- Orientalismus in der Architektur der Jahrhundertwende (Müllersches Volksbad als Mischung von Hamam und Hagia Sophia; das Elefantenhaus im Tierpark Hellabrunn; der Vorgängerbau des Zirkus Krone), Tabakladen Augusten-/Rottmannstraße – Kaffeehäuser
- Völkerschauen auf der Wiesn 1870 - 1930
- Die Kacheln in der Goldenen Bar im Haus der Deutschen Kunst
- Orientalismus in der Malerei: Persische Dichter und türkische Kaffeetrinker (Feuerbach und Spitzweg in der Schackgalerie)
- Ludwig II. und der Orient: Schachenhaus und maurische Kioske in Linderhof, dort auch Pfauenthron; Wintergarten auf dem Dach der Residenz mit orientalisierenden Darstellungen
- Ein ganz anderes Bild vom Orient: Kandinsky, Münter, Klee und Macke auf der Suche nach Wahlverwandtschaften in Tunesien
- „Lepanto-Zyklus“ von Cy Twombly im Museum Brandhorst
- Orientalismen auf den Kacheln in der Goldenen Bar im Haus der Kunst
- Der Orient zuhause oder als Marketing-/Verkaufsstrategie: Perserteppiche
- 1954: ein Kino namens Türkendolch
- Gedenkstein für den Philosophen, Dichter und Mystiker Muhammad Iqbal am Habsburger Platz
- Galerien als Kulturvermittler: „Karawanserei“, Isabellastraße 4; "Marakech" in der Schellingstraße
- Literatur zum Orient – die Buchhandlung Avicenna
- StudentInnen mit Migrationshintergrund an der Kunstakademie
- Moscheen und „das Moscheeprojekt“ (erste Moschee in Ludwigsfeld; Pasing, Freimann, Gotzinger Platz; "versteckte" Moscheen)
- Die Moschee in Penzberg und das islamische Forum Penzberg
- West-Östlicher Diwan in der Goethestraße (Leberkäs und Döner, türkische Läden, Hinterhofmoscheen, Kalligraphie im Sonderangebot)
- Orientforschung: Das Institut für den Nahen und Mittleren Osten an der LMU, MZIS, Institut für Interkulturelle Kommunikation, Lehrstuhl für islamische Kunst – Gesellschaft der Freunde islamischer Kunst und Kultur
- Sufibruderschaften – Mystik in München
- Ausstellung „crossing munich“
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